Unterricht

Grundsätzliches zum Unterricht

Die Lernziele und Lerninhalte der Schule für Sprachbehinderte unterscheiden sich nicht grundsätzlich von denen der allgemeinen Schule; sie werden unter behinderungsspezifischen Aspekten didaktisch und methodisch modifiziert, d.h. auf die individuellen Voraussetzungen der Schüler ausgerichtet und teilweise reduziert. In allen Unterrichtsfächern werden Förderschwerpunkte im sprachlichen, kognitiven, sensomotorischen und psychosozialen Bereich gesetzt.

Oberstes Ziel der Erziehung sprachbehinderter Kinder ist die Integration in Schule, Beruf und Gesellschaft. Um dieses Ziel zu erreichen, gelten folgende Grundsätze im Unterricht:

Schaffung einer vertrauensvollen, anregenden Lernumwelt, in der die Schüler sich mit ihrer behinderungsspezifischen Eigenart angenommen wissen.

  1. Ganzheitliche Förderung in Klein- und Kleinstgruppen.
  2. Einüben von kommunikativen Verhaltensweisen.
  3. Förderung des Selbstvertrauens, z.B. durch Verstärkung positiver Verhaltensweisen.
  4. Einüben von Regeln.
  5. Schaffen von Bewegungs- und Entspannungsmöglichkeiten
  6. Erziehungskonzept mit den Eltern entwickeln und abstimmen. Dabei wird oft eine enge Zusammenarbeit mit Erziehungsberatungsstellen, Jugendämtern und anderen Therapeuten notwendig.

Prinzipien und Methoden des Unterrichts

Neben der Vermittlung von Unterrichtsinhalten sollte die Förderung der Sprachentwicklung auf allen Ebenen vorrangiges Ziel im Unterricht sein. Deshalb werden den Bedürfnissen der Schüler entsprechend in allen Jahrgangsstufen therapeutische Zielsetzungen in den Unterricht mit einbezogen (therapieimmanenter Unterricht). Sie umfassen:

– Wahrnehmungsübungen

– Konzentrationsübungen

– Kommunikationstraining (z.B. Rollenspiele)

– feinmotorische Übungen (z.B. Übungen zur Graphomotorik)

– Bewegungsspiele

– Sprachtherapie

Um therapieimmanenten Unterricht gewährleisten zu können, ist das Lernen in kleinen Gruppen Voraussetzung. So können individuelle Ziele aufgestellt und individuelle Hilfen gegeben werden. Bei der Vermittlung von Unterrichtsinhalten hat das handelnde und entdeckende Lernen Vorrang. Weiterhin stehen Unterrichtsgespräche zur Förderung sprachlicher Kompetenzen  sowie soziales Lernen im Vordergrund.

Die Sozialform und Organisation des Unterrichts wird vom Lehrer immer hinsichtlich des Themas, der Gruppe und des Lernschwerpunktes abgestimmt. Dabei kommen sowohl Frontalphasen, Partner- und Gruppenarbeit als auch Freiarbeit und Wochenplanarbeit zum Einsatz.